Wandel der Perspektiven in Songtexten

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00:00:00: Hallo, ganz herzlich willkommen zum Podcast Feminismus zum Mithören.

00:00:15: Ja wenn man das Wort Feminismus hört dann denken viele sofort an Streit, extreme Meinungen oder Posts auf Social Media.

00:00:22: aber eigentlich geht es beim Feministum etwas ziemlich einfaches nämlich dass alle Menschen, egal welches

00:00:29: Geschlecht

00:00:29: die gleichen Chancen

00:00:31: Rechte

00:00:31: und Möglichkeiten haben.

00:00:33: Und eine der spannendsten Arten wie Frauen dafür gekämpft haben ist

00:00:37: Musik!

00:00:39: Diese Folge moderiert die Gruppe Feminismus zum Mithören aus dem Lessing-Gymnasium Neuulm.

00:00:45: Sie unterhalten sich über die verschiedenen Wellen der Emanzipation und wie sich diese in der Musik widerspiegeln.

00:00:52: Leute welche Musik hört ihr eigentlich so gern?

00:00:54: In meiner Klasse war das letztens volles Thema.

00:00:57: Also ich persönlich höre am liebsten Musik, weil der auch eine starke Message dahinter steckt.

00:01:00: Weil man mit Musik ein großes Publikum erreichen kann und es sowohl den Produzenten als auch den Konsumenten helfen kann bestimmte Themen zu verarbeiten.

00:01:08: Was meinst du dann mit einer starken Message in Songs?

00:01:11: Ja so in die Richtung Protest-Songs wie zum Beispiel die von Pete Sieger zur Zeitung des Civil Rights Movement oder beispielsweise auch Lieder an den Frauen über Unterdrückungen singen und somit ihre Stimme erheben.

00:01:21: Und damit silver bei dem Thema unserer heutigen Podcast Die Emanzipation und die Selbstbestimmung der Frau über die Jahre.

00:01:27: Ein spannendes und auch aktuelles Thema, denn in vielen Teilen der Welt müssen die Frauen auch noch heute für ihre Rechte kämpfen!

00:01:33: Nicht nur heute ist das Thema so präsent sondern auch früher bereits im zwanzigsten Jahrhundert haben sich die Frauen schon für ihre rechte und Gleichberechtigung eingesetzt.

00:01:42: Das klingt ja so als ob du dich gut mit dem Thema ausgenst.

00:01:45: Ja wir haben darüber im Politik- und Musikunterricht gesprochen.

00:01:49: Oha voll cool.

00:01:50: dann erzähl uns nochmal ein bisschen mehr darüber.

00:01:52: Gerne.

00:01:53: Wenn wir über Frauen sprechen, die ihre Stimme erheben, dann müssen wir uns einen ganz besonderen Song anschauen.

00:01:58: Der eigentlich die Hymne der gesamten Bewegung geworden ist und zwar Bretton Roses.

00:02:03: Ich habe euch eine neuere Version von Judy Collins aus dem Jahr neunzehnhundertsechsundsiebzig mitgebracht.

00:02:08: Bevor wir in die Geschichte eintauchen, müssen wir kurz verstehen was das für ein Song ist.

00:02:13: Er basiert auf den Gedicht von James Oppenheim aus dem jahr neunzenhundert elf Das ihm zusammen haben bis dahin größten Streiks von Textielarbeiterinnen in den USA berühmt geworden ist.

00:02:25: Die Metapher, Brot und Rosen, ist dabei der Schlüssel.

00:02:29: Das Brot steht für das Überleben Für faire Löhne und Sicherheit Aber die Rosen stehen für die Würde Für Bildung Kunst Und Lebensqualität.

00:02:40: Die Frauen sagten damals über Leben reicht uns nicht.

00:02:43: Wir wollen ein schönes würdevolles Leben.

00:02:46: Hört euch mal den Anfang an.

00:02:48: Judy Collins singt hier Aka Pella Also völlig ohne Instrumente.

00:03:26: Das erste große Thema, das der Song aufgreift ist der Zugang zur Bildung.

00:03:30: Im neunzehnten Jahrhundert war das Bildungssystem in Deutschland fast ausschließlich auf jungen zugeschnitten.

00:03:37: Man muss sich das mal vorstellen Jungen wurden auf Berufe, in der Wissenschaft im Handwerk oder in der Politik vorbereitet.

00:03:44: Mädchen hingegen wurden systematisch auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet.

00:03:50: Höhere Bildung wie der Besuch eines Gymnasiums oder gar einer Universität, war ihnen schlichtweg verwehrt.

00:03:57: Die wenigen Mädchenschulen die es gab, vermittelten nur Lesen, religiöse Unterweisungen und sogenannte weibliche Arbeiten – wie Handarbeit- oder Haushaltsführung.

00:04:08: Warte mal Mario!

00:04:09: Du sagst sie durften gar nicht aufs Gymnasium?

00:04:11: Was haben die den anderen den ganzen Tag in diesen Mädchenschulen gemacht wenn nicht richtig

00:04:15: gelernt?!

00:04:15: Weil das klingt ja fast so, als wollte man sie absichtlich dumm halten damit Sie gar nicht erst auf die Idee kommen was anderes zu machen als den Haushalt.

00:04:22: Ja genau das war der Punkt!

00:04:25: Man wollte sie in ihrer Rolle festschreiben.

00:04:27: aber genau hier setzte die erste Frauenbewegung an.

00:04:31: eine zentrale Forderung war der gleichberechtigte Zugang zur höherer Bildung.

00:04:35: Organisationen wie der Allgemeine Deutsche Frauenrat Der schon in der Jahr eighteenhundertsechzig gegründet wurde Setzten sich aktiv dafür ein Mädchen den Zugang zum Abitur und zum Studium zu ermöglichen.

00:04:49: Das war ein riesiger Kampf gegen festgefahrene Traditionen, und das Vorurteil, dass Frauen geistig nicht für Studium geeignet seien!

00:04:58: Ein riesiger Meilenstein war dann das Jahr eighteenhundertdreiundneunzig als in Karlsruhe das erste Mädchengymnasium eröffnet wurde.

00:05:06: Endlich hatten Frauen die Chance auf das Abiturt.

00:05:11: Schon bald darauf konnten die ersten Frauen in Berlin ihr Abitur ablegen.

00:05:15: Und ab ein neunzehntundert erlaubte das Großherztschocktuben Baden als Erster Teilstaat des Deutschen Kaiserreichs, Frauen den Folgenzugang zum Universitätsstudium.

00:05:26: Das war eine echte Revolution für die damalige Zeit.

00:05:29: Das ist ja echt krass dass es erst so spät kam.

00:05:32: aber Bildung allein reicht ja gar nicht aus um politisch etwas zu verändern oder?

00:05:36: Genau und deshalb war der erste große Forderungen das Frauenwahlrecht.

00:05:41: Stellt euch vor, Frauen waren von jeglicher politischen Mitbestimmung ausgeschlossen.

00:05:46: Es war ihnen sogar lange verboten überhaupt Mitglied in politischen Vereinen zu sein!

00:05:51: Sie hatten keine Stimme in der Gestaltung des Landes – keine Möglichkeit Gesetze zu beeinflussen, die sie selbst betrafen.

00:05:58: Frauenrechtlerinnen wie Clara Zettkin oder Anita Orksberg waren führende Stimmen in diesem Zähnenringen in Gleichberechtigung.

00:06:07: Keine Mitgliedschaft im Politischen Verein?

00:06:10: Das hört sich ja fast so an, als wären Frauen damals rechtlich wie Kinder behandelt worden oder?

00:06:15: Ja.

00:06:16: Rechtlich gesehen waren sie tatsächlich eine Art Formundschaft.

00:06:19: Der Durchbruch kam dann in den Mitte der November-Revolution nach dem Ersten Weltkrieg.

00:06:26: Am zwölften November, vergündete der Rat der Volksbeauftragten eine Wahlrechtsreform und das war ein echter Knaller!

00:06:34: Diese Reform gestand allen Männern und Frauen ab zwanzig Jahren das Allgemeine Gleiche, Geheime und direkte Wahrricht zu.

00:06:43: Und dann kam der große Tag am neunzehnten Januar.

00:06:48: Da konnten Frauen in Deutschland bei der Wahl zur Weimarer Nationalversammlung zum ersten Mal reichsweit wählen und gewählt werden.

00:06:56: Aber hören wir uns mal wie es im Song Bread and Roses von dem Beginn an weitergeht.

00:07:44: Das Recht auf Arbeit.

00:07:45: Besonders verheiratete Frauen waren rechtlich und wirtschaftlich komplett von ihren Ehemännern abhängig.

00:07:51: Bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein, brauchte eine verheiratete Frau die Erlaubnis ihres Mannes um überhaupt arbeiten zu dürfen.

00:08:00: Der Ehemann hatte sogar das Recht ihren Arbeitsvertrag fristlos zu kündigen und ihren Lohnen zu verwalten.

00:08:08: Das ist aus heutiger Sicht absolut unvorstellbar.

00:08:12: Man war als Frau quasi des Eigentum vom Mann was sie berufliche Karriere angeht.

00:08:18: Das ist ja unglaublich, also der Mann konnte einfach sagen du hörst auf zu arbeiten und das war's.

00:08:23: Und das Geld dass sie verdient hat gehört ihm?

00:08:25: Das klingt ja fast wie aus einer anderen Zeit!

00:08:28: Ja... ...und diese andere Zeit ist gar nicht so lange her.

00:08:31: In nineteenhundertsechzig durften Frauen dann endlich ohne die Zustimmung ihrer Männer ein eigenes Bankkonto eröffnen.

00:08:38: Das klingte heute banal aber war damals ein riesiger Schritt in Richtung finanzieller Unabhängigkeit.

00:08:44: Aber haltet euch fest Erst seit von nicht mal fünfzig Jahren durften verheiratete Frauen in der Bundesrepublik Deutschland ohne die Erlaubnis ihres Mannes einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

00:08:58: Erst seit siebenundsiebzig hatten Sie das volle Recht auf Ihr eigenes Brot.

00:09:06: Das ist ja krass!

00:09:07: Das heißt, unsere Großmütter mussten theoretisch noch um Erlaubniss fragen?

00:09:12: Zum Abschluss hören wir noch einmal die kraftvolle Schlussphrase des Songs.

00:09:26: Man sieht also, was heute für uns völlig normal ist war ein jahrzehntelanger harter Kampf um jedes Stück und jede einzelne Rose.

00:09:57: Ja da hast du voll recht!

00:09:58: Im Geschichtsunterricht habe ich auch gelernt dass nach der ersten Welle der Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen noch nicht stoppte sondern das es eine zweite Wellegabe in den neunzigundsechziger und siebziger Jahren die die zweite Phase der Frauenbewegung markierte.

00:10:11: Diese Bewegung war darauf gerichtet, einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen.

00:10:16: Insbesondere um die Geschlechter-Bevormundungen, Ungerechtigkeiten und soziale Ungleichheiten zu beseitigen.

00:10:21: Und für welche Rechte haben die Frauen dann in der zweiten Welle gekämpft?

00:10:25: Ein zentrales Thema war zum Beispiel das Abtreibungsverbot des Paragrafs twohundert achtzehn in den neunzehntsebziger Jahren.

00:10:31: Frauen organisierten viele Aktionen dagegen – wie beispielsweise am sechsten Juni neunzentzeinundsetzig als dreihundert vierhundert sieben Frauen im Magazinstern bekennen, dass sie abgetrieben haben.

00:10:41: Das Ganze wurde organisiert von der Journalistin Alice Schwarzer.

00:10:45: Und Prominente wie Romy Schneider oder Senta Berger unterzeichneten dies.

00:10:49: Außerdem gab es Massendemonstrationen mit dem Slogan Mein Bauch gehört mir.

00:10:53: Oha, das war ja voll mutig von den Frauen damals!

00:10:56: Aber haben sie denn damit auch etwas bewirken können?

00:10:58: Ja zum Teil schon.

00:11:00: Der Ergebnis in der BRD waren weniger Toll!

00:11:07: Bedeutet, ein Schwangerschaftsabbruch ist möglich unter bestimmten medizinischen, psychischen oder sozialen Voraussetzungen und die Frau muss zuerst Beratungen durchgehen.

00:11:15: Das Ergebnis in der DDR war das man eine Fristenlösung eingeführt hatte.

00:11:19: Das bedeutet, die Abtreibung ist bis zur zwölften Schwangerschaftswache erlaubt und auch straffrei.

00:11:23: Nach der Wiedervereinigung der DDR und BRD gab es eine Neuregelung, twohneutzeigund neunzehnhundertdreinneutzig.

00:11:30: Der Paragraf twohundert achtzehn wurde so umgeschrieben Schwangerschaftsabbrüche sind bis zur zwölften Schwangeschaftswache nach Beratung straffrei, aber immer noch rechtswidrig.

00:11:38: Das ist ja auch heute noch ein sehr umstrittenes Thema.

00:11:41: In den USA haben rund zwanzig konservative Bundesstaaten beschlossen dass Abtreibungen weitgehend verboten oder stark eingeschränkt sind?

00:11:48: Ja das stimmt!

00:11:49: Dass abtreibung egal ist wurde noch nicht in allen Ländern eingeführt.

00:11:53: der Paragraf twohundert achtzehn gilt bei uns in Deutschland übrigens genau so wie er nineteen neunzehn zweihundneunzehnteinhundert dreihund neunzig beschlossen wurde.

00:12:00: Dann

00:12:01: haben also die Frauen in der Vergangenheit etwas erreicht, von denen die Frauen heutzutage in Deutschland auch noch die Auswirkungen spüren.

00:12:09: Ja aber das war nicht das einzige Förder sie sich eingesetzt haben und was wir heute sehen können.

00:12:14: ein weiteres zentrales Thema war außerdem dass die frauen die traditionellen rollenbilder abschaffen wollten.

00:12:19: dieses thema spricht beispielsweise auch die Sängerin erita franklin in ihrem song respect an der nineteen hundsechzig veröffentlicht wurde und wir hören uns jetzt mal teil davon an.

00:12:44: In der Zeile All I'm Asking Is For A Little Respect When You Get Home will sie ausdrücken, dass die Frau ihrem Mann nicht unterworfen sein sollte und das Gespräch auf Augenhöhe ablaufen.

00:12:53: Sie fordert Respekt von ihrem Partner und setzt sich für eine rechtliche Gleichstellung ein und eine Abschaffung der traditionellen

00:12:58: Geschlechterrollen.".

00:13:00: Dann passt das Lied ja perfekt zur zweiten Welle?

00:13:03: Weil dort genau dieses Thema ja auch angesprochen wird oder?

00:13:07: Ja, genau!

00:13:08: Zum Beispiel empfasst es auch das Leitmotiv der Zweiten Welle

00:13:26: Stimmt, das können wir ja auch in vielen Familien sehen dass beide Eltern arbeiten und sich um den Haushalt und die Kinder kümmern.

00:13:33: Und ich persönlich finde das echt gut, dass das nicht mehr die alleinige Aufgabe der Frau ist.

00:13:37: Ja total!

00:13:38: Vor allem wenn man bedenkt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Ländern noch die klassischen Rollenbilder dominierten – es bedeutet den Mann galt als Ernährer und Versorger und die Frau eben nur als Hausfrauenmutter.

00:13:47: Neunzelhundertsechzig gerietes Modell dann ziemlich entschwankend vor allem Investorropon in USA.

00:13:51: Traditionelle E- und Familienmodelle wurden hinterfragt Es gab mehr Scheidungen Nicht ehrlichen Lebensgemeinschaftennamen zu und auch Männer beteiligten sich zunehmend werden auch sehr langsam an der Kinderziehung Und somit ging das Ideal der Hausfrauen eher immer mehr verloren.

00:14:05: Das ist ja erst knapp siebzig Jahre her, dass die Rollenbilder erstmal kritisiert wurden und verändert werden wollten.

00:14:12: Stimmt!

00:14:12: Aber nicht nur in der Ehe?

00:14:14: Sondern auch im Beruf wurden die Frauen oft unverbehandelt oder?

00:14:18: Beschäftigt sich damit auch die neue Frauenbewegung?

00:14:21: Ja tatsächlich – Die neue Frauen-Bewegung stellte auch die Diskriminierung im Arbeitsleben in die Öffentlichkeit.

00:14:25: Es gab Proteste gegen geringere Löhne und die Frauen kritisierten die Benachteiligung bei Einstellungen und Beförderungen Und somit forderten sie eine wirtschaftliche Unabhängigkeit.

00:14:34: Hier kann man den Song Respect auch wieder mit einbeziehen, denn so wie Erefa Franklin Respekt von ihrem Mann haben will wollen alle Frauen von den Männern in Shops oder höheren Positionen Respekt und wollen Gleichberechtigung.

00:14:46: Das haben Sie ja auch in vielen Teilen der Welt erreicht.

00:14:48: Wenn ich mir zum Beispiel Deutschland heutzutage anschaue Dann stehen die Männer und Frauen ja auf einer Ebene.

00:14:54: Aber wie ist es eigentlich dazu gekommen?

00:14:57: Das war eine lange Zeit voll mit Demonstrationen, wo Frauen zum Beispiel Schilder mit dem Aufdruck, Frauen ist gleich Männer und gleiche Arbeit ist gleicher Lohn hochhielten.

00:15:05: Außerdem gründeten sie Vereine und übten politischen Druck aus.

00:15:14: In der BRD gab es eine Reform des Ehe- und Familienrechts – und Frauen durften ohne Zustimmung das Ehemann berufstätig

00:15:19: sein.".

00:15:20: Aber dass es irgendwie voller Schreckend wie spät viele Möglichkeiten für Frauen erst in Kraft getreten sind … findet ihr nicht auch?

00:15:27: Doch total, aber ich finde es voll mutig und stark von den Frauen die sich dafür eingesetzt haben.

00:15:33: Ja das stimmt!

00:15:34: Aber Toni von der Sängerin und dem Lied habe ich jetzt noch nie was gehört.

00:15:38: Kannst du mich vielleicht da ein bisschen drüber aufklären?

00:15:40: Klar, Arrather Franklin war eine US-amerikanische Soulsängerin, die in two years and forty-two geboren ist und zwei tausend achtzehn gestorben ist.

00:15:48: Sie traut schon sehr früh in Kontakt mit Musik durch ihren Vater Der Baptisten Predicker war und sang im Chor mit ihren beiden Schwestern.

00:15:54: Das Lied Respekt entstand in einer zeitgesellschaftlichen Umbrüche, in den neunzehnundsechziger Jahren.

00:15:59: Und in nineteenhundertsechzig wurde das Song dann zu Himmel der Frauenbewegung und der Bürgerrechtsbewegungen.

00:16:05: Ich kenne den Song zwar aber ich dachte er war von einem Mann geschrieben.

00:16:10: kann es sein?

00:16:11: Also dass ein Mann über die Rechte von Frauen im zwanzigsten Jahrhundert singt, kann ich mir jetzt nicht vorstellen.

00:16:17: Doch

00:16:17: tatsächlich ist der Song gar nicht ihrer sondern von Ortis Reading geschrieben.

00:16:21: Sie hat den Liedtext nur abgeändert so dass es von einem Lied in dem es über ein hart arbeiteten Mann ging, der Respekt von seiner Frau wollte zu einem Song wurde, in dem nach Anerkennung und Respekt des Mannes von einer Frau verlangt wird.

00:16:33: Jetzt spricht eine Frau selbstbewusst und selbstbestimmt Themen an die sie stört wie der mangelnde Respekt das Mann ist um dass sie sich der Frau unterordnen

00:16:40: muss.".

00:16:41: Also dann hat sie somit die Message von Otis Redding komplett unformuliert und so einem Song gemacht ,der Feminismus und Stärke widerspiegelt?

00:16:48: Ja genau richtig erkannt!

00:16:49: Und jetzt hören wir uns einen Teil vom Song noch an.

00:17:01: Diese Message betont sie zum Beispiel durch die Verholung des Wortes respect find out what it means.

00:17:06: Also, sie will damit sagen das Respekt nicht verhandelbar ist und sie selbst für sich definiert was es bedeutet.

00:17:12: In Zahlen wie take care oder taking care of business zeigt sie ihre Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein Und dass sie sich um ihr eigenes Leben kümmern kann.

00:17:20: Das war ja dann schon ziemlich revolutionär in dieser Zeit, oder?

00:17:25: In der die Frauen ja eigentlich wenig ihrer eigene Meinung sagten und die Männer so ihnen das Leben vorgeben, wie sie alles machen sollten.

00:17:33: Da hast du vorkommen recht und gerade deswegen ist das Lied zu dieser Zeit in der die Frauen mehr Rechte einforderten auch so wichtig.

00:17:40: um wurde als Hymne der Frauenbewegung genutzt.

00:17:42: Wenn ich euch das Lieder gleich noch mal zeige dann wird euch auffallen dass der Song Solo von den Rita gesungen wird aber es einen Backgroundcore gibt und es somit ein Call & Response gibt.

00:17:51: Das ist sehr typisch für Gospel und Soul und drückt somit auch die Stärke des Kollektivs aus denn alle Frauen wollen das Seil beherreichen und kämpfen auch dafür.

00:18:12: Ich kann voll verstehen, warum genau dieser Song damals als Hymne eingesetzt wurde.

00:18:16: Ich habe richtig die Stärke gespürt, die dahinter steckt und auch das Selbstbewusstsein seine eigene Meinung zu sagen.

00:18:21: Genau deswegen ist der Song auch damals so berühmt gewesen hat die Menschen berührt und mitgerissen.

00:18:26: Trotz all den Fortschritten, die wir im Thema Gleichberechtigung gemacht haben es ist wichtig die Message im Hintergrund zu behalten um an die Frauen von damals zu denken.

00:18:34: Da hast du recht.

00:18:35: aber die Lieder die ihr mir gezeigt habt kannte ich davor tatsächlich noch gar nicht denn Eigentlich lieber moderne Protest-Songs, weil der Kampf im Manzipation hat auch nach der zweiten Welle nicht geendet.

00:18:46: Ganz im Gegenteil ist dieser heute noch sehr präsent.

00:18:50: In den Neunzehntenhundert neunzigern entwickelte sich in den USA die dritte Welle der Frauenbewegung.

00:18:54: Dies entstand aus Kritik an der einseitigen Entwicklung des radikalen Feminismus der Zweiten Welle.

00:19:00: Aha!

00:19:00: Kannst du mir das bitte genau erklären?

00:19:02: Klar also das Problem war... dass die Frauenbewegung davor von der Perspektive heterosexueller Weißermittelstandsfrauen dominiert wurde und Männer ausgeschlossen wurden.

00:19:11: Und wofür setzte sich dann diese Welle ein, was hat sie überhaupt erreicht?

00:19:15: Also sie stellte normative Identitätskonzepte wie zum Beispiel Geschlecht oder Sexualität in Frage.

00:19:20: Sie kämpfte für Anerkennungen einer Vielfalt verschiedener Geschlechtsidentitäten also das es mehr als Normalen und Frau gibt.

00:19:26: außerdem stand auch der Kampf für Anerkennung von Trans-und Interpersonen eine zentrale Rolle.

00:19:31: Ah, das ist ja voll interessant!

00:19:33: Weil es ist auch immer noch ein sehr umstrittenes Thema.

00:19:35: Nicht alle kennen Trans- oder Interpersonen an und das Gendern ist ja auch eine häufige Diskussion.

00:19:41: Stimmt also konnte dieses Ziel bisher noch nicht erreicht werden?

00:19:46: Ja, nicht so ganz aber seitdem sind da Selbstverständnis und die unterschiedlichen Ziele der feministischen Bewegung nicht nur von historischem sondern auch von kulturellem und sozialem Kontext abhängig.

00:19:56: Was meinst du damit

00:19:57: genau?!

00:19:58: Also, für schwarze Frauen sind ja beispielsweise andere Aspekte zentral als jetzt für weiße Frauen und für homosexuelle auch andere als für heterosexuelle.

00:20:05: Frauen mit Behinderungen haben ja auch andere Barrieren als gesund bezeichnetet und Mütter haben auch andere Bedürfnisse als Kinderlose.

00:20:13: Ja das ergibt Sinn!

00:20:15: Und sollte meiner Meinung nach besser berücksichtigt werden?

00:20:18: Genau, denn genau das führt oft zu Mehrfachdiskriminierung also dass Frauen nicht nur diskriminiert werden weil sie Frauen sind sondern auch aufgrund ihrer Herkunft oder Sexualität zum Beispiel.

00:20:28: Und diese sogenannte intersektionale Verschränkungen, die den Frauen ausgesetzt sind rückten damit zunehmend ins

00:20:34: Blickfeld.".

00:20:35: Das es mehr Aufmerksamkeit bekommt ist ja schon mal ein guter Schritt!

00:20:38: Kannst du mehr zu dieser Intersektionalität erzählen?

00:20:41: Klar doch... Also die Bürgerrechtsaktivistin Kimberly Crancher prägt ihr den intersektionalen Feminismus, Außerdem beschreibt sie Intersektionalität als ein Prisma, durch das man erkennen kann wie verschiedene Formen der Ungleichheit oft zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken.

00:20:57: Denn Ungleichkeit wird nicht immer gleich erlebt.

00:21:00: Diskriminierung ist oft von allen Aspekten der Identität geprägt – nicht nur von einem!

00:21:05: Und deswegen ist die Sichtbarkeit unterschiedlicher Lebensrealitäten zentraler Bestandteil der dritten Welle.

00:21:10: Und diese Realitäten stellt intersektionale Feminismus in den Mittelpunkt.

00:21:14: Kapiert Aber, das ist doch nicht so aktuell oder?

00:21:18: Du meintest doch, dass Emanzipation und Selbstbestimmung sehr präsente Themen sind.

00:21:23: Ja da hast du recht aber nach der dritten Welle entwickelte sich auch noch eine vierte Welle.

00:21:27: die beiden bauen aufeinander auf.

00:21:28: also während die Dritte von circa den Neunzelhörden neunzigern bis zwei tausendzehn Individualität und vielfältige Lebensentwürfe in den Vordergrund stellte Konzentriert sich die vierte Welle seit ca.

00:21:39: Jahrzehntausendzehn auf den Kampf gegen strukturellen Sexismus und fordert, dass Frauen ihren Lebensentwurf frei wählen dürfen – unabhängig von tradierten feministischen Entwürfen.

00:21:49: Außerdem setzt sie sich für gleiches Einkommen ein und hinterfragt traditionelle Geschlechteron.

00:21:54: Sie ist auch stark durch die digitale Vernetzung der sozialen Medien und die Intersektionalität geprägt.

00:22:00: Seid ihr vielleicht online schonmal auf das Hashtag mitugelstoßen?

00:22:03: Nee, wieso?

00:22:04: Wofür steht das?

00:22:06: Hashtag Me Too steht für sexuelle Überbegriffe und männlichen Machtnisbrauch, denn zahllose Frauen und Männer weltweit rachen ihr Schweigen als Betroffenen unter diesem Hashtags.

00:22:15: Ich finde das sehr stark von den Betroffenenen ihre negativen Erfahrungen zu veröffentlichen.

00:22:20: Ja ich auch!

00:22:20: Es ist voll wichtig auf so etwas Aufmerksam zu machen.

00:22:23: Das find' ich auch.

00:22:25: Und mit diesem Haschtag ist doch häufig das Lied Quiet von der Sängerin Milk aus Kalifornien verbunden.

00:22:31: Kay Lim und sie hatte eine sehr schmerzvolle Zeit im Alter von vierzehn bis dreinzwanzig Jahren.

00:22:36: Sie hat sich sehr alleine gefühlt, litt unter einer Essstörung und Depressionen.

00:22:40: Sie wurde von ihrem Freund missbraucht und gab sich selbst die Schuld an allem.

00:22:43: Aber durch die Musik konnte sie ihren Schmerz lindern.

00:22:46: Der Song gab außerdem auch vielen anderen den Mut über eigene Erfahrungen mit Missbrauch oder Essstörungen zu reden und half vielen aus dem Bett zu kommen oder das Schweigen über Traumata zu brechen.

00:22:55: Das meinste also damit dass Musik vielen hilft etwas zu verarbeiten?

00:23:00: Ja genau!

00:23:01: Außerdem enthält der Protest-Zonk von zwei Tausend Siebzern auch eine wichtige Message, zum Beispiel in diesem Ausschnitt.

00:23:28: Hier appelliert sie selbst die Stimme zu erheben und zu zeigen wer oder wie man ist.

00:23:33: Mit der Bezeichnung Monster stellt sich die Digmatisierung dar und sagt quasi dass Frauen oft als Monster angesehen werden wenn sie ihre Stimme erhebt.

00:23:42: Hören wir uns mal den Refrain an!

00:24:20: Dieser ist kräftiger und intensiver als die weich-und verlässlich klingenden Strophen.

00:24:24: Der Chor und das Orchester vermitteln auch Kraft und Mut.

00:24:28: Die Hookline?

00:24:29: I Can't Keep Quiet, ist doch so ein Wendepunkt des Songs.

00:24:31: und ihre Selbstermächtigung

00:24:33: Sie setzt ihrem Schweigen an Ende?

00:24:35: Genau!

00:24:36: Und in der Zeile A One Woman Riot wird das Individuum zur Protestbewegung Und das passt auch sehr gut zu den öffentlichen Protesten und digitalen Aktivismus der vierten Welle.

00:24:46: In der Zeile, there will be someone who understands let it out now vermittelt sie Solidarität also dass man nicht alleine ist und das passt eben auch sehr good zur Vernetzung der vierte Welle.

00:24:56: damit motiviert sie auch die Zuhörerinnen und Zuhärern sich zu öffnen anstatt dich zu verstecken.

00:25:01: in der vierter Welle liegt nämlich der Fokus auf sexueller Belästigung Gewalt und Kampf gegen Alltaxistismus Themen, die auch im Song aufgegriffen werden wie in folgenden Ausschnitt.

00:25:28: Das sind ja sehr stereotype Forderungen an Frauen.

00:25:31: Ja da hast du recht!

00:25:33: Die Frau soll angepasst zurückhaltend sein und weibliche Sexualität kontrollieren.

00:25:37: Und im Musikvideo erkennt man auch eine Einbeziehung von LGBTQ Plus und People of Color, was eben auch sehr zentrale Aspekte der vierten Welle sind.

00:25:44: Stimmt!

00:25:45: Da bin ich in den sozialen Medien schon öfters drauf gestoßen?

00:25:47: Eben

00:25:48: – genau das beweist die Aussage von Rosemary Clark Parsons dass feministische Bewegungen durch soziale Plattformen sichtbarer geworden sind Denn Aktivisten können so ein globales Publikum erreichen und vor allem Personen aus marginalisierten Gemeinschaften eine Stimme geben.

00:26:03: Das Lied Quiet hat die Sängerin mit einem kleinen Akapella-Core auf dem Women's March of Washington gesungen.

00:26:09: Hier hat eine Filmemacherin Emma Harrell dies gesehen, es gefilmt und das Video auf Twitter geteilt – und sogar Emma Watson hat das Video dann nochmal geteiled, wodurch er sich dann auch sehr schnell verbreitet hat.

00:26:20: Milk selbst hat das Lied auch auf Twitter veröffentlicht unter dem Hashtag I can't keep quiet.

00:26:24: Damit wollte sie Menschen ermöglichen eben ihre eigenen Geschichten zu teilen und auch kostenlosen Zugang zu den Noten zu geben!

00:26:30: Damit setzt sie eine globale Chorbewegung in Gang, und zwar weltweit Sangengruppen ihren Song in ihre eigenen Sprache eben um Gegenunterdrückungen zu protestieren.

00:26:40: Und in dem Lied merkt man auch dass der Text sehr deutlich gesprochen ist da ja die Botschaft im Mittelpunkt stehen soll.

00:26:46: Sie betont wichtige Wörter wie Quiett und Animal oder?

00:26:49: Stimmt das hast du gut erkannt!

00:26:51: Ich habe ja vorhin auch schon mal kurz angesprochen und es konnte dir auch bestimmte den Hörbeispiel erkennen dass der Refrain intensiver und auch lauter ist als die Strophen.

00:26:59: Und dieser starke dynamische Kontrast stellt eben auch so den Weg von ihrem inneren Schweigen zu dem lauten Protest dar.

00:27:06: Mir ist auch aufgefallen, dass der Song Text sehr ausdruckstark ist und eine emotionale und sehr wichtige Botschaft vermittelt.

00:27:12: Außerdem wird der Song auch häufiger im internationalen Frauentag weltweit von Chören gesungen

00:27:16: Ist denn nicht diesen Sonntag?

00:27:18: Stimmt!

00:27:19: Ist er Also.

00:27:20: halt eure Augen und Ohren offen, und denk daran wie privilegiert wir eigentlich leben.

00:27:24: Dank Frauen in der Vergangenheit die für uns gekämpft haben

00:27:27: Aber wir haben doch immer noch keine hundertprozentige Gleichberechtigung erreicht.

00:27:30: Es gibt ja zum Beispiel noch den Gender Pay Gap.

00:27:32: Deswegen

00:27:33: ist es wichtig dass wir alle gemeinsam auch heutzutage weiterkämpfen Und nicht aufgeben.

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